Die Technikerschule bietet engagierten Facharbeitern aus der Praxis eine Weiterbildung in Vollzeit an, die mit dem Staatlich geprüften Techniker abschließt. Mit der Kombination von fachrichtungsbezogenem Grundlagenwissen und allgemeinbildenden Inhalten ermöglicht die Technikerschule ihren Absolventen sich in einer technologisch und wirtschaftlich schnell wandelnden Berufswelt zu orientieren und zukunftsorientiert die eigene Karriere zu gestalten.

  • Allgemeines
    Ziel der Fachschule

    Das Ziel der Ausbildung im Fachbereich Technik ist es, Fachkräfte mit einschlägiger Berufsausbildung und Berufserfahrung für die Lösung technisch-naturwissenschaftlicher Problemstellungen, für Führungs-aufgaben im betrieblichen Management auf der mittleren Führungsebene sowie für die unternehmerische Selbstständigkeit zu qualifizieren.
    Die Ausbildung orientiert sich an den Erfordernissen der beruflichen Praxis und befähigt die Absolventen/ Absolventinnen, den technologischen Wandel zu bewältigen und die sich daraus ergebenden Entwicklungen der Wirtschaft mitzugestalten.
    Der Umsetzung neuer Technologien - verbunden mit der Fähigkeit kostenbewusst zu handeln und Fremd-sprachenkenntnisse anzuwenden - wird deshalb auf der Basis des fachrichtungsspezifischen Vertiefungs-wissens in der Ausbildung besonderer Wert beigemessen.
    Der Fähigkeit, Mitarbeiter/innen anzuleiten, zu führen, zu motivieren und zu beurteilen - sowie der Fähigkeit zur Teamarbeit kommen im Zusammenhang mit den speziellen fachlichen Kompetenzen große Bedeutung zu.
    Zusammengefasst wird neben der notwendigen Fachkompetenz auch die Methoden- und Sozialkompetenz gefördert.

    Profile

    An der seit 1958 bestehenden Technikerschule Heilbronn werden die Fachschüler in den Profilen Fertigungstechnik und Konstruktion auf die vielfältigen, technologischen, organisatorischen und kooperativen Aufgaben in den Betrieben der Maschinentechnik vorbereitet.
    Neben der Weiterbildung im allgemeinen Bereich liegt der Schwerpunkt auf der Erweiterung und Vertiefung des fachrichtungsbezogenen Grundlagenwissens und auf den profilbezogenen Anwendungsfächern.
    Die Fachschüler/innen werden in die Lage versetzt, die Aufgaben und Probleme der maschinentechnischen Fertigungsbetriebe zu erkennen, zu strukturieren, zu analysieren, zu beurteilen und wirtschaftliche Lösungen zu entwickeln. Bei der Fachschulausbildung wird besonders die Fähigkeit entwickelt, auf Veränderungen im technologischen und organisatorischen Bereich sensibel zu reagieren. Der Techniker kann sich daher der Veränderung von Qualifikationsprofilen und von Führungstechniken flexibel anpassen.

    Tätigkeitsbereiche

    Geeignete Einsatzgebiete finden die Maschinentechniker in der konventionellen und neuesten Technologie der Bereiche Fertigung, Produktionsplanung und –steuerung, Arbeitsvorbereitung, Betriebsleitung, Qualitätskontrolle, Entwicklungskonstruktion, Betriebsmittelkonstruktion, im Versuch, im technischen Kundendienst, Vertrieb sowie in der Ausbildung.

  • Aufnahmeverfahren
    Aufnahmevoraussetzungen

    Grundvoraussetzung für die Weiterbildung zum Techniker ist mindestens der Hauptschulabschluss, eine abgeschlossene Berufsausbildung im technischen Bereich mit anschließender Berufstätigkeit.
    Die Dauer der einschlägigen Berufstätigkeit muss bei einem

    • 3,5-jährigen Ausbildungsberuf min. 18 Monate
    • 3-jährigen Ausbildungsberuf min. 24 Monate
    • 2-jährigen Ausbildungsberuf min. 36 Monate

    betragen.
    Wird der Nachweis der Fachhochschulreife oder des allg. Abiturs nachgewiesen beträgt diese grundsätzlich 12 Monate.

    Anmeldung

    In der Regel schriftlich bis 1. März des Jahres auf dem Sekretariat der Wilhelm-Maybach-Schule. Das ausgefüllte Anmeldeformular (link) und die beglaubigten Anlagen müssen bei der Anmeldung vorliegen.
    Dem Anmeldeformular sind beizufügen:
    • ein Lebenslauf in tabellarischer Form
    • das Abschlusszeugnis der letzten allgemeinbildenden Schule
    • das Abschlusszeugnis der Berufsschule
    • der Facharbeiter- bzw. Gesellenbrief
    • einen Nachweis über Art und Dauer der beruflichen Tätigkeit bzw. Bundeswehr

    Auswahlverfahren

    Die Vergabe der Schulplätze wird nach dem in der Technikerverordnung (TVO) vorgeschriebenen Auswahl-verfahrens durchgeführt.
    Die Aufnahme erfolgt nach der Durchschnittnote des Berufsschulabschlusszeugnisses, der Dauer der Berufstätigkeit und der Wartezeit. Daraus wird eine Bewertungszahl ermittelt.
    Härtefälle können auf schriftliche Antrag hin berücksichtigt werden.

    Weiterbildungskosten

    Es wird eine Gebühr von 350€/Semester erhoben.

    Fördermöglichkeiten

    Beim Amt für Ausbildungsförderung der Stadt Heilbronn oder der Landkreise können Zuwendungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) oder nach dem Aufstiegsfortbildungsgesetz AFBG („MeisterBAföG“) beantragt werden.
    Desweiteren kann beim zuständigen Arbeitsamt Beihilfe nach den jeweils gültigen Vorschriften des Arbeitsförderungsgesetzes gewährt werden.
    Im Rahmen der beruflichen Rehabilitation können Anspruchsberechtigte finanzielle Förderung durch die zuständige Landesversicherungsanstalt erhalten.

  • Ablauf der Weiterbildung
    Ausbildungsgang

    Die Ausbildung beginnt nach den Sommerferien eines jeden Jahres.

    • Tageslehrgang
      Dauer 2 Schuljahre (Vollzeit)
      gegliedert in Grundstufe (1. Jahr) und Fachstufe (2. Jahr)

    Technikerarbeit

    Im Rahmen ihrer Ausbildung an der Fachschule für Technik fertigen die Fachschüler/innen eigenverant-wortlich im Laufe der Fachstufe eine Technikerarbeit mit der Unterstützung eines Betriebes an.
    Sie erwerben dabei die Fähigkeit, ein Fachproblem selbständig zu analysieren, zu strukturieren, zu planen, zu organisieren und praxisgerecht zu lösen. Darüber hinaus fördert die dabei notwendige Teamarbeit das kooperative Denken und Handeln. Die Arbeit wird fächerübergreifend angelegt und kann sich auf alle Anwendungsfächer beziehen.
    Die Arbeitsergebnisse der Technikerarbeit müssen fachlich, zielgruppengerecht, nachvollziehbar präsentiert und dokumentiert werden.

    Abschlussprüfung

    Die Technikerprüfung besteht aus einer schriftlichen Prüfung in den Fächern Fertigungstechnik,

    Konstruktion, Betriebliche Kommunikation, Produktionsorganisation und Berufsbezogenes Englisch und der mündlichen Prüfung in mindestens einem Fach.

    Die bestandene Abschlussprüfung berechtigt zur Führung der Bezeichnung
    "Staatlich geprüfter Techniker/in"

    Es wird ein Abschlusszeugnis und eine Technikerurkunde ausgestellt. Die abgeschlossene Techniker-ausbildung schließt die Fachhochschulreife mit ein.

  • Stundentafel
    Pflichtbereich Grundstufe Fachstufe
    Betriebliche Kommunikation1) 2) 3 2
    Berufsbezogenes Englisch1) 2) 3 3
    Betriebswirtschaftslehre 3 3
    Informationstechnik 2 --
    Technische Mathematik1) 5 --
    Technische Physik 5 --
    Fertigungstechnik1) 2) 4 4
    Konstruktion2) 3 6
    Automatisierungstechnik 2 3
    Produktionsmanagement1) 2) 2 3
    Qualitätsmanagement 2 --
    Technikerarbeit -- 4
    Wahlpflichtbereich Grundstufe Fachstufe
    Wahlpflichtfächer (Ergänzung/Profilbildung) 2 6
    Grundstufe Fachstufe
    Summe 36 34

    1) Kernfächer der Grundstufe
    2) schriftliche Prüfungsfächer

  • Unterricht / Fächerbeschreibung
    Unterrichtsräume

    Den Studierenden stehen Klassenräume und Fachräume für CAD, Automatisierungstechnik und Informationstechnik zur Verfügung.

    In den modernen Werkstätten mit Werkzeugmaschinen für CNC-Technik, Oberflächenprüfgeräte, Werkstoffprüfmaschinen und Pneumatik/Hydraulikversuchsständen werden praktische und analytische Laborübungen durchgeführt.

    Eingesetzte Software

    • CAD Creo Parametric
    • CAM-Software InventorCAM
    • CNC-Technik Firma Keller (Qplus und SYMplus)
    • Automatisierungstechnik Siemens S7 und Festo FluidSIM
    • Produktionsmanagement SAP
    • EDV Microsoft Windows, WORD, EXCEL, PowerPoint


    Betriebliche Kommunikation

    Die Fachschüler/innen werden auf ihre Kooperations- und Führungsaufgaben im Betrieb vorbereitet. Sie erfahren die sachlich und taktisch richtigen Verhaltensweisen für Gespräche und Verhandlungen mit Vorgesetzten, Mitarbeitern und Geschäftspartnern.

    Das Fach Betriebliche Kommunikation befähigt die Fachschüler/innen in beruflichen Situationen verantwortlich und empathisch zu handeln und Verständnis für Motivations- und Kommunikationsprozesse zu entwickeln. Sie können sich selbst und andere führen, betriebliche Prozesse erfolgreich gestalten und anfallende Problemstellungen kreativ und zielorientiert lösen.


    Berufsbezogenes Englisch

    Die Rolle des Englischen in den vielfältigen Kommunikationssituationen in Industrie und Wirtschaft steht außer Frage. Darüber hinaus sehen sich die Absolventen/innen der Fachschule einem zunehmend internationalisierten Arbeitsmarkt gegenüber. Die im diesem Fach erworbenen Sprachkompetenzen bringen die Fachschüler/innen in die Lage, in einer von der englischen Sprache dominierten globalisierten Arbeitswelt den beruflichen Anforderungen zu entsprechen.

    Die Vermittlung der Lerninhalte orientiert sich an fremdsprachlich relevanten Situationen der Berufs-wirklichkeit. Berufliche Situationen enthalten auch allgemeinkommunikative Elemente, sodass Fachsprache und Allgemeinsprache sich ergänzen. Der allgemein sprachliche Wortschatz wird gefestigt, erweitert und ein spezifischer Fachwortschatz erworben.


    Betriebswirtschaftslehre

    In diesem Fach werden die Grundlagen für ein verantwortungsvolles und betriebswirtschaftliches Handeln unter Berücksichtigung rechtlicher, sozialer und ökonomischer Aspekte gelegt, damit sich die Absolventen/innen auf die sich schnell ändernden Anforderungen der Wirtschaft einstellen können.

    Die Fachschüler/innen erhalten die Kompetenz, ein Unternehmen ihrer Fachrichtung entsprechend unter Berücksichtigung aller personellen, finanziellen und rechtlichen Aspekte zu gründen. Die Voll- und Teilkostenrechnung wird fallbezogen angewendet und Produktions- und Absatzentscheidungen daraus abgeleitet. Der Kapitalbedarf wird ermittelt, zwischen Finanzierungsarten und -alternativen unterscheiden und daraufhin eine fallbezogene Finanzierungen durchführt und bewertet.

    Marketingziele werden formuliert und Marketinginstrumente im Marketing-Mix zugeordnet.

    Der Abschluss und die Erfüllung von Verträgen, die Rechtsfolgen von Vertragsstörungen und die haftungs-rechtlichen Konsequenzen ihres Handelns werden an Hand von Fallbeispielen erörtert.


    Technische Physik

    Hier werden grundlegende Begriffe und Gesetzmäßigkeiten der Mechanik - Festigkeitslehre - Elektrotechnik erläutert, untersucht und auf berufsbezogene, technische Beispiele angewandt. Der Fachschüler wird befähigt, statische, kinematische, kinetische und elektrische Probleme selbständig zu lösen und Maschinenbauteile zu dimensionieren und zu überprüfen.


    Technische Mathematik

    Schult die Fachschüler im Erfassen mathematisch-technischer Problemstellungen, im Lösen mittels mathematischer Denk- und Ausdrucksweise und im anwendungsbezogenen Verwerten der Ergebnisse.

    Die Fachschüler/innen sollen in die Lage versetzt werden, physikalische, elektrotechnische, informations-technische, mechanische wie auch betriebswirtschaftliche Probleme mathematisch zu erfassen. Durch einen anwendungsbezogenen Unterricht besitzen die Fachschülerinnen und Fachschüler die notwendigen mathematischen Kenntnisse zur Bewältigung der vielfältigen Aufgabenstellungen in der Maschinentechnik.


    Informationstechnik

    Die Fachschüler/innen sollen das Grundverständnis für informationstechnische Abläufe und ein fundiertes Wissen über die Bedienung einer EDV-Anlage erhalten. Sie sollen einfache Probleme selbständig lösen und branchenübliche Standardsoftware sowie Anwendersoftware, zur Modellierung technischer Problemstellungen, einsetzen können.


    Fertigungstechnik

    Die Fachschüler/innen werden in die Grundlagen der spanenden und spanlosen Fertigung eingeführt.

    Es werden die relevanten Fertigungsverfahren/-abläufe unter Berücksichtigung konstruktiver Gesichts-punkte, der erzielbaren Fertigungsqualität und Wirtschaftlichkeit gründlich erläutert. Der Techniker/in muss Verfahren und Werkzeugmaschinen auswählen und vor allem neue Technologien, wirtschaftlich einsetzen können.

    Die Fachschüler/innen werden in der Beurteilung und Auswahl konkurrierender Fertigungsverfahren für die Fertigungs-planung und integrieren rechnergestützte CNC-Programmierung sowie die Verknüpfung von CAD/CAM geschult.

    In der Werkstofftechnologie erkennen die Fachschüler/innen die Bedeutung von Stoffeigenschaften und Behandlungsverfahren auf die Einsatzmöglichkeiten der Werkstoffe in der Maschinentechnik.


    Konstruktion

    Die Fachschüler/innen lösen selbstständig konstruktive Aufgabenstellungen aus den Bereichen des Allgemeinen Maschinenbaus, der Betriebsmittel- und Vorrichtungskonstruktion. Es werden Normen und technische Absprachen vermittelt, mit deren Hilfe sich der Techniker verständlich macht, um z.B. Fertigungsunterlagen funktions-, fertigungs- und werkstoffgerecht zu erstellen. Das selbständige Entwerfen und Entwickeln wird in hohem Maße geschult.

    Neben dem methodischen Konstruieren von Baugruppen und Betriebsmitteln wird vermittelt, wie die Kenntnisse und Fertigkeiten aus anderen Anwendungsfächern in konstruktive Lösungen einmünden und unter Einsatz der 3D-CAD-Technik optimiert werden. Sie erkennen die Notwendigkeit, Normteile und deren Datenbanken und Datensätze (Kaufteile) zu nutzen.

    Einschlägige Normen werden beachtet, die Teamarbeit geübt und Fertigungs- und Kostenprobleme optimal ausgewertet. Die Technikerschüler/innen werden befähigt wichtige Maschinenelemente und ihre Bauarten zu vergleichen, zu berechnen, zu gestalten und technisch und wirtschaftlich optimal einzusetzen. Gestaltung und Nachrechnung erfolgt weitgehend selbständig.

    Die in der technischen Physik und technischen Mathematik erworbenen Kenntnisse werden fachspezifisch angewendet und vertieft.


    Produktionsmanagement

    Die Fachschüler/innen werden in die Methoden, Gesetzmäßigkeiten und Einflussgrößen der komplexen Produktionsprozesse eingeführt. Bei der Darstellung technischer Verfahrensabläufe werden wirtschaftliche, finanzpolitische, humanitäre, umweltpolitische und rechtliche Gesichtspunkte herausgestellt. Die Arbeitssysteme werden analysiert, gestaltet und optimiert.

    Für die ausgewählte Fertigungsaufgabe wird der Produktionsprozess geplant, gesteuert, überwacht und dabei ERP/PPS-Software (SAP) eingesetzt. Dabei werden Mengen-, Termin- und Kapazitätsplanung mit einbezogen.

    Mit den anderen Anwendungsfächern werden die Zusammenhänge von Entwicklung, Planung und Steuerung in Fertigungsbetrieben aufgezeigt und in Übungen praxisnah angewandt.


    Automatisierungstechnik

    Hier werden die Fachschüler/innen in die Grundlagen des Steuerns und Regelns an modernen Automatisierungssysteme eingeführt. Sie werden in die Lage versetzt Probleme zu analysieren und zu realisieren. Die anwendungsbezogenen Schaltungen bzw. Steuerungen, Regelungen und Antriebe verschiedener Technologien werden projektiert, dimensioniert, geprüft und bewertet. Die Programme werden EDV-technisch erstellt und an veränderte Voraussetzungen angepasst.

    Durchgängig wird die Arbeitssicherheit und der Komplex Energie- und Umweltproblematik mittels den notwendigen Normen, Vorschriften, Regeln und Richtlinien beachtet.


    Qualitätsmanagement

    Diese Thematik wird der immer mehr zunehmenden Bedeutung der Qualitätssicherung (QS) und Qualitätsplanung (QP) sowie der Messtechnik Rechnung getragen.

    Die Fachschüler/innen analysieren den Aufbau und die Wirkungsweise von Qualitätsmanagementsystemen. Messwerte werden so erfasst, verdichtet und ausgewertet, dass daraus Optimierungsansätze entwickelt werden können. Prozesse werden überwacht und bewertet, damit geeignete Werkzeuge zur Prozessoptimierung angewendet werden können.

Abteilungsleiter

StD Ewald Biehl
Tel.: 07131/562906
Email: biehl@wms-hn.de

Fachgruppenleiter

OStR Volker Domscheit
Email: domscheit@wms-hn.de